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Viele Verletzte bei Zusammenstößen in Israel

Zusammenstöße zwischen Israelis und PalästinensernJerusalem - Bei Zusammenstößen zwischen jungen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften während Protesten zum "Tag des Bodens" sind fast 40 Menschen verletzt worden.

In Israel und den Palästinensergebieten sowie in mehreren Nachbarländern gingen tausende Menschen in Erinnerung an sechs im Jahr 1976 getötete arabische Israelis auf die Straße. Israel reagierte mit einem massiven Sicherheitsaufgebot.

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Die gewalttätigsten Auseinandersetzungen fanden im Westjordanland in Kalandia, am wichtigsten Grenzübergang nach Ostjerusalem, statt. Maskierte Jugendliche warfen Steine auf die Beamten und zündeten Reifen an, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Beamten setzten Gummigeschosse und Tränengas ein und warfen außerdem Schockgranaten und übelriechende Flüssigkeiten in die Menge. Ärzten zufolge wurden 39 Menschen verletzt. Das Militär sprach von "Unruhen" in Kalandia.

Rund tausend Palästinenser waren zuvor zu dem Checkpoint marschiert, viele hielten palästinensische Flaggen in den Händen. Im Norden des Westjordanlands demonstrierten in Kafr Kaddum westlich von Nablus ebenfalls rund tausend Menschen. Auch hier kam es zu Zwischenfällen. Südlich von Nablus zogen 500 Menschen zu der jüdischen Siedlung Brascha. Im Gazastreifen wurde ein Demonstrant durch Schüsse verletzt. Hier folgten mehrere tausend Menschen dem Protestaufruf.

Im besetzten Ostteil der Stadt Jerusalem demonstrierten rund 400 Menschen. Vier Palästinenser wurden Berichten eines AFP-Fotografen zufolge festgenommen, weil sie wegen des ihnen verwehrten Zugangs zur Moschee auf der Straße beteten. Die Polizei sprach ebenfalls von "mehreren Festnahmen".

Am 30. März begehen die Palästinenser den "Tag des Bodens", der an den Tod von Demonstranten im Jahr 1976 erinnert. Damals hatten israelische Sicherheitskräfte Proteste von arabischen Bauern gegen die Enteignung ihres Landes im Norden Israels niedergeschlagen. Dabei wurden sechs arabische Israelis erschossen.

Die israelische Polizei und Armee war wegen der angekündigten Proteste in Alarmbereitschaft versetzt worden. Vor allem in Jerusalem und in den von arabischen Israelis bewohnten Gebieten im Norden des Landes waren zahlreiche Beamte im Einsatz. Das Westjordanland wurde nach Angaben der Armee bis Freitagabend aus Sicherheitsgründen abgeriegelt. Auch der Zugang zum Tempelberg in Jerusalem wurde eingeschränkt.

Die größte Kundgebung sollte in Deir Hanna im Norden Israels stattfinden. In den Palästinensergebieten, in Jordanien und im Libanon planten zudem zahlreiche Palästinenser und internationale Aktivisten einen "Marsch auf Jerusalem". Israel warnte die Demonstranten vor Grenzverletzungen.

Auch in angrenzenden Ländern gab es Proteste. Im Süden des Libanon demonstrierten hunderte Libanesen und palästinensische Flüchtlinge anlässlich des "Tags des Bodens". Die Kundgebung fand in Arnun unweit der Grenze statt. Die Menschen schwenkten Flaggen der Palästinenser sowie der libanesischen Hisbollah-Miliz. Auf Schildern stand geschrieben: "Jerusalem, wir kommen!"

In Jordanien fanden sich anlässlich des Protesttags sogar mehr als 15.000 Menschen in Kafrein nahe der Grenze zu einem Sitzstreik ein. Nach Angaben der dortigen Sicherheitskräfte war die Lage aber friedlich und "unter Kontrolle".

©AFP 2012
Foto: Menahem Kahana

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