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Raketenstart in Nordkorea missglückt

Nordkoreanischer Raketenstart fehlgeschlagenPjöngjang - Mit dem missglückten Start einer Langstreckenrakete hat Nordkorea international heftige Kritik auf sich gezogen.

Südkorea, Japan und die USA sprachen von einer schweren Provokation und einer Gefährdung der Sicherheit in der Region, noch heute dürfte der UN-Sicherheitsrat Pjöngjang verurteilen. Die Rakete war am Morgen abgefeuert worden und kurze Zeit später zerbrochen und ins Gelbe Meer gestürzt. Russland, China und Indien riefen alle Seiten zur Zurückhaltung auf.

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Der Beobachtungssatellit Kwangmyongsong-3 (zu Deutsch: Glänzender Stern) habe es nicht in die vorgesehene Erdumlaufbahn geschafft, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. "Wissenschaftler, Techniker und Experten untersuchen die Gründe für dieses Scheitern." Es ist das dritte Mal, dass Nordkorea vergeblich versucht, einen Satelliten ins All zu bringen. 1998 und 2009 hatte die kommunistische Führung das offensichtliche Scheitern der Missionen aber nicht eingeräumt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte in New York der Nachrichtenagentur AFP, bei dem Raketenstart handle es sich um einen Verstoß Nordkoreas gegen seine internationalen Verpflichtungen, der die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel weiter verschärfen werde. Nötig sei jetzt eine starke Reaktion des UN-Sicherheitsrates auf diesen Verstoß gegen internationales Recht. Das Gremium soll noch heute in einer Dringlichkeitssitzung über den Raketenstart beraten. Dabei wird nach Diplomatenangaben zwar eine Verurteilung des Raketenstarts erwartet, nicht aber eine Verschärfung der Sanktionen.

"Nordkorea isoliert sich mit seinen provokativen Akten nur weiter und verschwendet sein Geld für Waffen und Propaganda, während die Menschen in Nordkorea hungern", erklärte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney. Der Raketenstart sei zwar gescheitert; er habe dennoch die Sicherheit in der Region bedroht und internationales Recht verletzt. Südkorea und Japan sprachen ebenfalls von einer Provokation und einem Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates.

Alle Beteiligten müssten nun ein "Höchstmaß an Verantwortung und Zurückhaltung zeigen" und Anstrengungen für eine Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm unternehmen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus China und Indien in Moskau. Als Reaktionen dürften nur diplomatische und politische Maßnahmen ergriffen werden.

Zuvor hatte bereits ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums alle Beteiligten zu "Ruhe und Zurückhaltung" aufgerufen. Das russische Außenministerium wertete den missglückten Raketenstart in einer ersten Reaktion als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Die UN-Resolution 1874, die nach einem nordkoreanischen Raketenstart im Jahr 2009 beschlossen wurde, fordere das Land dazu auf, auf den Abschuss "ballistischer Raketen" zu verzichten, sagte ein Ministeriumsvertreter der Nachrichtenagentur Interfax. Dabei gehe es sowohl um militärische als auch um zivile Raketenstarts.

Auch die Europäische Union wertete den Raketenstart Nordkoreas als Verstoß gegen UN-Resolutionen. Er sei ein "klarer Verstoß" gegen internationale Verpflichtungen wie die UN-Resolution 1874, erklärte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Brüssel.

Die Außenminister der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands (G-8) erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, sie würden im UN-Sicherheitsrat "angemessene Maßnahmen" auf den Raketenstart treffen.

Das Geschoss vom Typ Unha-3 sollte nach nordkoreanischen Angaben den Beobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 (zu Deutsch: Glänzender Stern) ins All bringen. Während der Satellit nach offizieller Darstellung Daten über Wälder und Ressourcen in Nordkorea sammeln sollte, vermuteten die USA und mehrere ihrer Verbündeten hinter dem Raketenstart einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm.

Nach Angaben des Nordamerikanischen Luftraumüberwachungskommandos (NORAD) handelte sich bei der Rakete um eine ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Taepodong-2, die eine Reichweite von bis zu 9000 Kilometern hat. Weder die Rakete noch ihre abstürzenden Einzelteile hätten zu irgendeinem Moment eine Gefahr dargestellt. Es seien keine Reste der Rakete auf Land aufgeschlagen.

©AFP 2012
Foto: Jung Yeon-Je

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