Ex-Staatschef Liberias wegen Kriegsverbrechen verurteilt
Leidschendam - Das Sondertribunal für Sierra Leone hat den früheren liberianischen Staatschef Charles Taylor wegen Kriegsverbrechen während des Bürgerkrieges in dem westafrikanischen Land schuldig gesprochen.
Taylor habe die Rebellen in Sierra Leone bewaffnet, um im Gegenzug so genannte Blutdiamanten zu erhalten, urteilte das im niederländischen Leidschendam bei Den Haag ansässige Gericht. Das Gericht befinde Taylor in allen ihm zur Last gelegten Punkten für schuldig, sagte Richter Richard Lussick bei dem Urteilsspruch. Anschließend verlaß er die elf Anklagepunkte, die unter anderem Mord, Vergewaltigung und Plünderung umfassen.
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Der heute 64-Jährige, der zwischen 1997 und 2003 Präsident von Liberia war, kontrollierte nach Ansicht des Gerichts die Rebellen der Revolutionären Vereinten Front (RUF) in Sierra Leone. Er sei damit verantwortlich für die Verbrechen der Rebellen, die unter anderem Kindersoldaten in den Kampf schickten; mit Hilfe der Rebellen häufte Taylor nach Überzeugung des Gerichts Diamantenschätze an.
Das Strafmaß gegen Taylor soll am 30. Mai verkündet werden. Nach Angaben des Außenministeriums in London soll Taylor seine Strafe in einem britischen Gefängnis verbüßen.
Der Schuldspruch gegen Taylor war der erste eines internationalen Gerichts gegen einen ehemaligen Staatschef seit den Nürnberger Prozessen nach dem Zweiten Weltkrieg. Während des Bürgerkriegs in Sierra Leone wurden zwischen 1991 und 2001 etwa 120.000 Menschen getötet.
©AFP 2012
Foto: Peter Dejong







