Tote und Verletzte bei Auseinandersetzungen in Kairo
Kairo - Drei Wochen vor der Präsidentenwahl in Ägypten sind bei Auseinandersetzungen in Kairo mindestens neun Menschen getötet und 50 weitere verletzt worden. Die Armee ordnete einen Militäreinsatz an, mit dem die Gewalttätigkeiten in unmittelbarer Nähe des Verteidigungsministeriums beendet werden sollten.
Zu den Opfern der Gewaltwelle zählten zahlreiche Anhänger des Salafisten Hasem Abu Ismail, der von der Wahl ausgeschlossen wurde. Zur Beendigung der Gewalt im Stadtteil Abbassija seien Armeeeinheiten abkommandiert worden, sagte ein Militärsprecher.
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Die behandelnden Ärzte sprachen von neun Toten und 50 Verletzten, das Gesundheitsministerium gab die Zahl der Getöteten zu diesem Zeitpunkt mit sechs an. Die Urheber der Gewalt konnten bisher nicht ermittelt werden. Die Anhänger Abu Ismails demonstrierten schon seit Tagen im Zentrum von Kairo für einen Machtverzicht des Militärrats, der seit dem Sturz des langjährigen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak im Februar 2011 die Geschicke des Landes lenkt. Wiederholt gab es Hinweise, dass das Militär selbst Schlägertrupps auf Demonstranten ansetzte. Anhänger beider Seiten warfen bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen Molotowcocktails und Steine.
Der Militärrat hat zugesagt, nach der Wahl eines neuen Präsidenten im Mai die Macht an eine zivile Regierung abzugeben. Die Lage ist jedoch angespannt, seit zehn der ursprünglich 23 Kandidaten aus den unterschiedlichsten Gründen von dem Wahlgang am 23. und 24. Mai ausgeschlossen wurden. Zu ihnen zählt auch der Salafist Abu Ismail. Er wurde ausgeschlossen, weil seine verstorbene Mutter die US-Staatsbürgerschaft angenommen habe. Kandidaten, ihre Partner und Eltern müssen die ägyptische Nationalität haben, um zur Wahl zugelassen zu werden.
Wegen der Gewalttätigkeiten kündigten zwei Präsidentschaftskandidaten - der Muslimbruder Mohammed Morsi und der islamische Fundamentalist Abdel Moneim Abul Futuh - eine Unterbrechung ihres Wahlkampfes an. Morsi erklärte, er werde "aus Solidarität mit den Demonstranten" 48 Stunden lang den Wahlkampf ruhen lassen, Futuh begrenzte die Unterbrechung auf einen Tag. Der Wahlkampf begann offiziell am Montag. Die Stichwahl findet am 16. und 17. Juni statt. Ende Juni will der Militärrat dem Präsidenten die Macht übergeben.
©AFP 2012
Foto: Khaled Desouki







