Norbert Röttgen will Umweltminister bleiben
Düsseldorf - Trotz seiner verheerenden Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen und dem Rücktritt vom CDU-Landesvorsitz denkt Bundesumweltminister Norbert Röttgen nicht an einen Rückzug aus der Politik.
"Ich denke nicht über einen Wechsel aus der Politik sonstwohin nach", sagte Röttgen nach den Gremiensitzungen der Bundes-CDU in Berlin. Er wolle "engagiert und gut" seine Arbeit als Umweltminister machen und Abgeordneter bleiben.
_____
Auch CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte, an Röttgen als Umweltminister festhalten zu wollen. An der Aufgabe der Energiewende "hat sich durch den gestrigen Tag ja nichts geändert", sagte sie bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Röttgen. Sie verwies zudem darauf, dass eine "Kontinuität der Aufgabenerfüllung" notwendig sei, um die Energiewende umzusetzen.
Die CDU mit Röttgen an der Spitze hatte bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am Sonntag nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis dramatische Verluste erlitten und fuhr mit 26,3 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis im bevölkerungsreichsten Bundesland ein. Daraufhin hatte Röttgen sein Amt als CDU-Landesvorsitzender niedergelegt. Oppositionspolitiker forderten ihn auf, auch sein Ministeramt in Berlin abzugeben.
Nach dem Wahldebakel nahmen führende Christdemokraten Kanzlerin Merkel vor Kritik in Schutz. "Angela Merkel als Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin ist davon nicht betroffen", sagte die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) vor der Präsidiumssitzung ihrer Partei in Berlin mit Blick auf das Wahlergebnis in NRW.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach verwies auf die guten Umfragewerte der Kanzlerin, von denen die Partei bei der nächsten Bundestagswahl profitieren werde. "Unser stärkstes Argument 2013 heißt Angela Merkel", sagte er dem "Kölner Stadtanzeiger". Auch Parlamentsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU) sieht bei Merkel keine Schuld für das Wahlergebnis. "Angela Merkel war unser stärkstes Zugpferd in diesem Wahlkampf, sie hat die Menschen erreicht", sagte er der "Leipziger Volkszeitung".
Christian Lindner soll derweil offenbar mehr Gewicht in der Bundes-FDP erhalten. Lindner solle FDP-Vizevorsitzender werden, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf führende Liberale. Spätestens in einem Jahr solle Lindner zu einem der drei FDP-Vizes gewählt werden. Es könne nicht sein, dass Lindner nach dem Wahlerfolg nicht im Präsidium sitze, hieß es. Der mitgliederstärkste Landesverband NRW stellt mit Bundesschatzmeister Otto Fricke derzeit nur ein gewähltes Mitglied im Präsidium.
Auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) habe Lindner für höhere Aufgaben empfohlen. "Christian Lindners Triumph ist ein Erfolgsmodell für die FDP", sagte die Vize-Parteivorsitzende der Tageszeitung "Die Welt". "Klare Haltung, nicht Umfallen, mit diesem Stil gewinnt die FDP."
©AFP 2012
Foto: Rainer Jensen










