Deutschland - Holland 2:1 / Dänemark - Portugal 2:3
Lwiw - Mit zwei Geniestreichen hat Mario Gomez der deutschen Nationalmannschaft das Tor zum EM-Viertelfinale weit aufgestoßen und Holland in höchste Not gebracht.
Die DFB-Auswahl braucht nach ihrem 2:1 (2:0) gegen den Erzrivalen noch einen Punkt im letzten Vorrundenspiel gegen Dänemark, um als Gruppensieger sicher in der K.o.-Runde zu stehen. Die Niederländer haben trotz der Niederlage noch eine theoretische Chance, müssen dafür aber unbedingt gegen Portugal gewinnen - und auf deutsche Schützenhilfe hoffen.
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Gomez bedankte sich eindrucksvoll für das Vertrauen von Bundestrainer Joachim Löw, der dem Münchner Torjäger nach dessen Siegtreffer gegen Portugal (1:0) erneut den Vorzug vor Miroslav Klose gegeben hatte. Beim 1:0 (23.) drehte er sich elegant um die eigene Achse, beim 2:0 (38.) vollstreckte er mit einem strammen Schuss.
Die Niederländer hatten bis zum Anschlusstreffer wie beim 0:1 im ersten Gruppenspiel gegen Dänemark enttäuscht. Bei warmen 29 Grad zu Beginn des Spiels hatten sie ein paar gute Szenen in der Anpfangsphase, in der zweiten Halbzeit häuften sich ihre Chancen: Manuel Neuer hielt zunächst prächtig gegen van Persie (58.), danach verzog Arjen Robben aus guter Position (69.), Jerome Boateng warf sich in einen Schuss Wesley Sneijders (71). Zwei Minuten später traf van Persie mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze - und es wurde noch mal richtig turbulent, die deutsche Abwehr geriet ins Schwimmen.
Deutschland hat nun 13 Pflichtspielsiege in Serie gefeiert, auch der "Fluch des zweiten Spiels" bei EM- und WM-Endrunden (nur ein Sieg in den letzten sieben "zweiten" Turnierspielen) ist vertrieben.
Die Portugiesen wahrten indes mit einem glücklichen 3:2 (2:1) im zweiten Gruppenspiel gegen den Holland-Schreck Dänemark die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale. Dank Silvestre Varela (87.), der die vergebenen Großchancen Ronaldos vergessen ließ, wird das Duell mit den Niederlanden am Sonntag zum Endspiel. Das gilt für die Dänen im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland ebenso.
Es war wieder nicht Ronaldo, der explodierte. Der teuerste Fußballer der Welt war wie schon gegen die DFB-Auswahl mehrmals im Abschluss überhastet, er ließ aber zumindest ab und an seine Mitspieler glänzen. An der Vorbereitung der Tore durch Pepe (24.) und Hélder Postiga (36.) war er aber nicht beteiligt. Für Dänemark traf Nicklas Bendtner (41./80.). Ronaldo brachte zweimal das Kunststück fertig, freistehend vor Dänemarks Torhüter Stephan Andersen den Ball nicht im Tor unterzubringen (50./78.).
Sonderlich schlecht schien Paulo Bento der Auftritt seiner Elf gegen Deutschland (0:1) am Samstag nicht gefallen zu haben, Portugals Trainer ließ seine Mannschaft unverändert auflaufen - angeführt von Cristiano Ronaldo, der grimmig die Nationalhymne "A Portuguesa" sang und entschlossen wirkte. Jedoch wurde er anschließend wieder einmal konsequent in Doppeldeckung genommen, zudem vergab er seine beiden besten Chancen in diesem Turnier äußerst kläglich.
Was Dänemark in vier Versuchen nicht gelungen war, schaffte Portugal dann schon im zweiten Anlauf: ein Tor nach einem Eckball. Joao Moutinho trat ihn, zirkelte auf den kurzen Pfosten, Innenverteidiger Pepe löste sich von Dänemarks Kapitän Daniel Agger - 1:0, eine Erlösung für die Portugiesen. Ronaldo kam nun auch besser ins Spiel, scheiterte mit seinen gefürchteten Flatter-Freistößen an der dänischen Abwehrmauer (34.) oder schoss über das Tor.
Postiga traf dann nach einem genialen Pass von Nani mit seinem ersten Torschuss des Turniers.
©AFP 2012
Foto: Genya Savilov









