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Oberharzer Wasserwirtschaft zu Weltkulturerbe ernannt
Bonn - Die sogenannte Oberharzer Wasserwirtschaft zählt jetzt zum Weltkulturerbe: Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation UNESCO nahm das als Meisterwerk früher Bergbau- und Ingenieurskunst geltende Wassersystem in die Liste des Kultur- und Naturerbes auf, wie die deutsche UNESCO-Kommission in Bonn mitteilte.
Das Komitee würdigte die Oberharzer Wasserwirtschaft als eines der weltweit größten vorindustriellen Energieversorgungssysteme.
Die Welterbestätte besteht aus 107 historischen Teichen, Gräben mit einer Gesamtlänge von 310 Kilometer sowie Wasserläufen über 31 Kilometer. Ein Teil der weitläufigen Anlage wird noch heute als Kulturdenkmal in Funktion erhalten. Mönche des Klosters Walkenried hatten im frühen 13. Jahrhundert erste Teich- und Grabensysteme konstruiert, Bergleute bauten sie über die Jahrhunderte aus. Zur Welterbestätte gehören neben dem gotischen Kloster Walkenried auch die Grube Samson aus dem 16. Jahrhundert und drei kleine Schachtanlagen aus dem 19. Jahrhundert.
Die Oberharzer Wasserwirtschaft war vom Mittelalter bis ins Industriezeitalter der einzige Energielieferant für den Oberharzer Bergbau. Da es auf der Hochfläche keine Flüsse oder Bäche gab, sammelten die Bergleute über kilometerlange Grabensysteme Wasser in Speichern. Von dort wurde es zu den Bergwerken und Hütten geleitet, wo es unzählige Wasserräder über- und untertage antrieb. Damit gewannen die Bergleute Energie, um mit hölzernen Pumpen eingesickertes Wasser aus den Gruben zu befördern, um die Hütten zu betreiben und um Material zu transportieren.
©AFP 2010
Foto: Joel Saget







