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Berlin - Angesichts der überraschend schnellen Erholung der Wirtschaft und neuer Rekordgewinne der Unternehmen wollen die Gewerkschaften wieder höhere Löhne durchsetzen. "Wir müssen Abschlüsse in Richtung drei Prozent hinbekommen", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, der "Süddeutschen Zeitung".
In der Ernährungsindustrie mit ihren 520.000 Beschäftigten stehen in etwa sechs Monaten erste größere Tarifverhandlungen an. Der Vizechef der IG Bau, Dietmar Schäfers, verlangte gegenüber dem Blatt für das nächste Jahr einen "Nachschlag".
_____ Die Arbeitgeber müssten sich in besseren Zeiten daran erinnern, "dass wir uns in den schlechten verantwortungsvoll gezeigt haben". Es gebe derzeit keinen Grund, "2011 defensiv an die Verhandlungen heranzugehen". In der Branche mit etwa 670.000 Beschäftigten laufen die Entgeltverträge Ende März 2011 aus.
Im Schlüsselbereich der deutschen Exportwirtschaft, der Metall- und Elektroindustrie mit etwa 3,4 Millionen Mitarbeitern, sind die Tarife bis März 2012 festgeschrieben. Die IG Metall hält sich mit Lohnforderungen noch zurück. IG-Metall-Chef Berthold Huber Proteste kündigte in der "SZ" aber Widerstand gegen die Sparpolitik der Bundesregierung an: "Ich habe den Eindruck, dass Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und andere vorschnell das Ende der Krise und den Aufschwung herbeijubeln, um hemmungsloser bei den Beschäftigten und Arbeitslosen abkassieren zu können", sagte Huber.
In der Stahlindustrie mit ihren 85.000 Beschäftigten wird schon im September 2010 verhandelt. Unter Verweis auf die wieder besser laufenden Geschäfte mit Stahl sagte Verhandlungsführer Oliver Burkhard der "SZ": "Wir wollen für unsere Leute einen fairen Anteil herausholen."
In der Chemieindustrie wird dagegen erst im Frühjahr 2011 über neue Tarife gesprochen. Bis dahin wolle die IG BCE zumindest in den Firmen, in denen es Verträge zur Sicherung von Jobs gibt und Beschäftigte zum Teil starke Einbußen hinnehmen mussten, einen vorzeitigen Ausstieg aus solchen Verträgen prüfen. "Flexibilität ist ja schließlich keine Einbahnstraße", sagt das IG-BCE-Vorstandsmitglied Peter Hausmann der Zeitung.
©DDP/AFP 2010 Archivfoto: Michael Kappeler
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