Kreditwürdigkeit Italiens runtergestuft
Washington - Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Das Land werde bei der langfristigen Bonität fortan mit der Note "A" statt "A+" bewertet, teilte Standard & Poor's mit.
Grund seien "die sich abschwächenden Wachstumsaussichten" und die Einschätzung, dass die derzeitige Koalition die Fähigkeit Roms einschränke, entschlossen auf die Schuldenkrise zu reagieren.
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Die italienische Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi kritisierte diesen Schritt. Es scheine, als sei der Ratingagentur ihre Einschätzung von Medienberichten "diktiert" worden, teilte die Regierung mit. Die Bewertung von Standard & Poor's fuße nicht auf den Tatsachen und sei "von politischen Erwägungen fehlgeleitet".
Auch bei der kurzfristigen Kreditwürdigkeit setzte die Agentur das Rating für die drittgrößte Wirtschaft der Euro-Zone um eine Stufe von "A-1+" auf "A-1" herab. Zudem wird der weitere Ausblick für Italien als "negativ" eingeschätzt, was bedeutet, dass die Agentur weitere Herabstufungen vornehmen könnte. Standard and Poor's ist die erste Ratingagentur, die Italiens Kreditwürdigkeit seit Beginn der Euro-Schuldenkrise herabstuft.
Durch eine Senkung der Bonitätsnote wird es für Länder in der Regel teurer, an den Finanzmärkten Kredite aufzunehmen. Damit könnte sich Italiens Schuldenproblem verschärfen, auch wenn die Einstufung noch weit vom Ramschstatus entfernt ist. Das Land hat mit etwa 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach Griechenland den höchsten Schuldenstand in der Eurozone und muss entsprechende Zinszahlungen leisten.
Standard & Poor's hatte die Herabstufung bereits im Mai angedroht. Die Agentur vollzog diese nun, obwohl das italienische Parlament erst vor wenigen Tagen ein weiteres Sparpaket in Höhe von 54,2 Milliarden Euro verabschiedet hatte. Zusammen mit bereits im Juli gebilligten Sparmaßnahmen will Rom so über 102 Milliarden Euro einsparen, um bis 2013 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.
Die Agentur hat aber Zweifel, ob das Programm wirklich umgesetzt wird. "Wir glauben, dass die bisher reduzierte Geschwindigkeit von Italiens wirtschaftlicher Aktivität es schwer machen wird, die überarbeiteten Haushaltsziele der Regierung zu erreichen", teilte Standard & Poor's mit.
Im schlimmsten Szenario geht Standard & Poor's davon aus aus, dass Italien 2012 in eine Rezession gerät. Die Wirtschaftsleistung würde dabei um 0,6 Prozent sinken, gefolgt von einer "bescheidenen Erholung" in den Jahren 2013 und 2014.
Als Reaktion verlor der Euro in Asien erneut an Wert. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel in Tokio kurzzeitig unter die Marke von 1,36 Dollar und notierte am Nachmittag dann bei 1,3609 Dollar. Am Vorabend in New York war der Euro noch 1,3679 Dollar wert gewesen. Im Vergleich zum japanischen Yen sank der Euro am Dienstag von 104,89 auf 104,14 Yen.
©AFP 2011
Foto: Alberto Pizzoli











