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Firmen verlieren Milliarden durch Wirtschaftsspionage

Die meisten Firmen unternehmen nichts gegen IndustriespionageMünchen - Deutschen Unternehmen entstehen laut zwei neuen Studien durch Industriespionage und Produktpiraterie immer größere Schäden.

Trotz der Umsatzverluste in Milliardenhöhe unternehmen viele Firmen aber nichts zum Schutz ihrer Betriebsgeheimnisse, ergaben die Ergebnisse. So gaben etwa 44 Prozent der Maschinenbauunternehmen an, nichts gegen Plagiate zu unternehmen.

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Der Maschinenbauer-Verband VDMA teilte am Rande der Hannover Messe mit, dass den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern im vergangenen Jahr durch Produktpiraterie Schätzungen zufolge ein Umsatzverlust von 7,9 Milliarden Euro entstanden ist. Dies seien 24 Prozent mehr als die 6,4 Milliarden Euro des Jahres 2009. Dem Verband zufolge würde ein Umsatz in der geschätzten Schadenshöhe knapp 37.000 Arbeitsplätze sichern.

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen im Bereich Maschinenbau sind nach der verbandsinternen Befragung von Schäden durch Plagiate betroffen. Fast die Hälfe der Unternehmen - 44 Prozent - gab allerdings dennoch an, keine Maßnahmen gegen Plagiate ergriffen zu haben.

Auch nach einer Studie der Münchner Sicherheitsfirma Corporate Trust mit Unterstützung vom TÜV Süd und der Internet-Sicherheitsfirma Brainloop unternehmen viele Firmen nichts, um sich vor Industriespionage zu schützen. So nutzt nur gut jede zehnte Firma die Möglichkeit, sich durch abhörsichere Telefone und E-Mails zu schützen.

Bei Geschäftsreisen von Mitarbeitern ins Ausland ist nicht mal jeder Achte der Reisenden speziell geschult, um Informationen des Unternehmens vor Spionage zu schützen. Ähnlich wenige Firmen verschlüsseln zumindest für Auslandsreisen Daten oder schützen Computer besonders.

Nach dieser unter 600 Unternehmen durchgeführten Studie rechnet die deutsche Wirtschaft für dieses Jahr mit Kosten in Höhe von 4,2 Milliarden Euro alleine durch Industriespionage. Im Vergleich zur ersten Auflage der Studie im Jahr 2007 bedeutet dies einen Zuwachs der Schäden um fünfzig Prozent. 2007 seien noch vergleichsweise harmlose Spionageversuche unternommen worden, heute gebe es eine fortschreitende Bedrohung durch Cyber-Kriminelle.

So ist inzwischen fast die Hälfte aller deutschen Unternehmen der Studie zufolge von Industriespionage bedroht. 20 Prozent aller Unternehmer hätten schon einmal Spionageangriffe der Konkurrenz erlebt, weitere 33 Prozent bemerkten einen Informationsabfluss aus dem Unternehmen, ohne die Spionage direkt belegen zu können. Häufig werden allerdings die eigenen Mitarbeiter für die Spionage verantwortlich gemacht, immer wieder gibt es aber auch Hackerangriffe oder den Diebstahl von IT- und Telekommunikationseinrichtungen.

Nachdem bisher China bei Plagiaten und Spionage als "böser Bube" galt, verändert sich beiden Studien zufolge hier das Bild. Im Bereich des Maschinenbaus ist erstmals China als Herstell- und Vertriebsregion für Plagiate rückläufig, dafür hätten Plagiate aus Deutschland zugenommen, teilte der VDMA mit. Es sei zudem erkennbar, dass die Fälschungen immer stärker weltweit vertrieben werden.

In der Wirtschaftsspionage wird nicht mehr nur China als Risikoland empfunden. Vor allem die ehemaligen GUS-Republiken seien aktiv, um wirtschaftliches Know-how für ihre Firmen zu beschaffen.

©AFP 2012
Archivfoto: Frederic J. Brown

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