Opelaner in Rüsselsheim bangen um Astra-Produktion
Berlin - Eine Entscheidung über die Verlagerung der Produktion des Opel Astra vom Stammwerk Rüsselsheim ins Ausland ist der Unternehmensführung zufolge noch nicht gefallen. "Wir führen Gespräche mit den Arbeitnehmern", sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke der "Bild"-Zeitung.
"Nach Abschluss dieses Informations- und Beratungsprozesses wird das Unternehmen entscheiden, in welchen Werken ab dem Jahr 2015 die nächste Generation des Astra hergestellt wird." Diese Entscheidung sei Teil "eines umfassenden Plans, unser Geschäft nachhaltig profitabel zu gestalten".
_____
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte unter Berufung auf Gewerkschaftsvertreter berichtet, die nächste Generation des Astra solle von 2015 an nur noch nur noch in Polen und Großbritannien produziert werden. In Rüsselsheim war die Astra-Produktion 2011 angelaufen, in dem Jahr wurden laut Opel 18.300 Fahrzeuge hergestellt. Europaweit fertigte Opel dem Unternehmen zufolge fast 329.000 Einheiten des Modells.
Stracke betonte, die Produktion des Astra sei bis Ende 2014 in Rüsselsheim sicher. "Wir stehen klar zu unserer Zusage, den aktuellen Astra bis Ende 2014 in Rüsselsheim zu fertigen", sagte er "Bild". Im Vordergrund stünden neben Investitionen eine umfassende Auslastung der Astra-Werke: "Wir planen, mehr als 300 Millionen Euro in den Bau der nächsten Astra-Generation zu investieren und die Astra-Werke im Dreischichtbetrieb auszulasten, um nachhaltig profitabel zu arbeiten."
Unterdessen könnten Erwägungen des Opel-Vorstands, die Produktion des Kompaktwagens Astra aus Deutschland abzuziehen, nach einem Pressebericht auch das Werk Bochum in Gefahr bringen. Die Verlagerung der Astra-Fertigung vom Stammwerk Rüsselsheim ins Ausland könne die Schließung des Bochumer Opel-Werks nach 2014 besiegeln, berichteten die Zeitungen der WAZ Mediengruppe unter Berufung auf Gewerkschaftsvertreter. Es gebe Pläne, dass als Ersatz für den Verlust des Astra ab 2015 in Rüsselsheim der derzeit in Bochum produzierte Zafira gefertigt werde.
Dies habe der Produktionsvorstand den Rüsselsheimer Beschäftigten angeboten, falls diese zu Lohnverzicht bereit seien, sagte Bochums Betriebsratschef Rainer Einenkel dem Bericht zufolge. Arbeitnehmervertreter kündigten Protest gegen jegliche Verlagerungspläne an: "Jede Rochade zu Lasten von Rüsselsheim und Bochum wird den massiven Widerstand an diesen Standorten provozieren", sagte Oliver Burkhard, NRW-Chef der IG Metall, dem Bericht zufolge. Betriebsratschef Einenkel kritisierte, die Opel-Mutter General Motors verfolge einen "Schrumpfungsplan", der zugleich ein "Selbstmordplan" sei.
©AFP 2012












