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Offenbar schlechte Auslastung der Opel-Werke

Die Opel-Werke sind offenbar schlecht ausgelastetMünchen/Rüsselsheim - Die Lage beim angeschlagenen Autobauer Opel ist offenbar noch schlimmer als bislang angenommen: Der "Focus" zitierte aus einer "streng vertraulichen Produktionsplanung", wonach die Werke in Deutschland und in den anderen europäischen Ländern nur zu zwei Dritteln oder weniger ausgelastet seien.

Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug forderte vom Mutterkonzern General Motors (GM) Investitionen in den Export. Opel werde bis Jahresende nur eine Million Autos bauen, die Kapazität reiche aber für 1,6 Millionen, berichtete der "Focus".

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Das Stammwerk Rüsselsheim ist laut der zitierten Produktionsplanung nur zu 65 Prozent ausgelastet. In Eisenach, wo ab 2013 der Kleinstwagen Adam vom Band laufen solle, seien Maschinen und Anlagen zu 66 Prozent ausgelastet, in Bochum zu 77 Prozent. In Gliwice in Polen, in Saragossa in Spanien und in Ellesmere Port in Großbritannien sei sogar noch weniger zu tun.

Opel ist wirtschaftlich seit langem angeschlagen. Europaweit wurden in den vergangenen Jahren bereits tausende Arbeitsplätze abgebaut. Dennoch machten der Autobauer und die britische Schwestermarke Vauxhall im ersten Quartal umgerechnet 198 Millionen Euro Verlust und suchen nach weiteren Sparmöglichkeiten.

Der Betriebsrat fürchtet, die Produktion des Modells Astra könne von Rüsselsheim nach Polen und England verlegt werden. Als Ausgleich würde der bislang in Bochum gefertigte Zafira in Rüsselsheim produziert - was das Aus für das Ruhrgebietswerk bedeuten könnte. Auto-Experte Stefan Bratzel sagte dem "Focus", GM komme in Europa nicht darum herum, ein Werk zu schließen.

Schäfer-Klug dagegen forderte GM zu Investitionen in den Export auf. "Wenn sie heute nichts tun, um in vier bis fünf Jahren außerhalb von Europa Erfolg zu haben, dann bleiben sie im europäischen Markt eingeschlossen", sagte Schäfer-Klug der Branchenzeitung "Automobilwoche".

Der Betriebsratschef sprach sich für eine Änderung des bisherigen Sparkurses aus: Lohnverzicht sei "die primitivste Form der Einsparung", sagte Schäfer-Klug. "Da reden wir über maximal zweistellige Millionenbeträge. Bei Material- und Produktkostenverbesserungen reden wir dagegen über dreistellige Millionensummen."

Am Montag findet eine Betriebsversammlung im Werk Rüsselsheim statt. Daran teilnehmen will auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

©AFP 2012
Foto: Daniel Roland

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