Deutscher Filmpreis an "Halt auf freier Strecke"
Berlin - Der Deutsche Filmpreis in Gold für den besten Film ist dieses Jahr an "Halt auf freier Strecke" des Regisseurs Andreas Dresen gegangen.
Das Drama erhielt bei der Preisverleihung am Freitagabend in Berlin ingesamt vier der begehrten Preise. Mit sechs Lolas wurde Roland Emmerichs "Anonymus", mit drei Preisen der Film "Kriegerin" ausgezeichnet, während der von vielen als Favorit gehandelte DDR-Film "Barbara" nur eine Lola bekam.
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Dresens Produzent Peter Rommel rang um Fassung, als er mit der goldenen Lola in der Hand ans Mikrofon trat. "Das ist nicht mehr Europapokal, das ist Championsleague", beschrieb er seine Aufregung. Er dankte seinen Weggefährten, aber vor allem dem Regisseur des erfolgreichen Films.
"Halt auf freier Strecke" hatte zuvor bereits drei Preise bekommen: Milan Peschel war nach Auffassung der Filmakademie der beste männliche Hauptdarsteller im vergangenen Jahr. Er spielt in dem Film einen tumorkranken 44-jährigen Mann, der langsam stirbt und dabei von seiner Familie begleitet wird.
Eine weitere Lola ging an Otto Mellies für die beste männliche Nebenrolle in "Halt auf freier Strecke". Dresen selbst wurde mit den Preis für die beste Regie ausgezeichnet.
Damit erhielt Dresens Film zwar vier der Hauptpreise. Ein anderer Streifen wurde jedoch noch öfter prämiert: Die Shakespeare-Verfilmung "Anonymus" von Roland Emmerich wurde in sechs Kategorien ausgewählt: beste Kamera, bester Schnitt, bestes Szenenbild, bestes Kostümbild, beste Tongestaltung und bestes Maskenbild.
Der Favorit der Verleihung, "Barbara" von Christian Petzold, erhielt die Lola für den besten Spielfilm in Silber. "Barbara" war in acht Kategorien nominiert gewesen, gewann aber nur diesen einen Preis. Den Deutschen Filmpreis in Bronze bekam "Kriegerin" von David Wnendt. Die Hauptdarstellerin des Films, Alina Levshin, erhielt die Lola als beste Schauspielerin. Außerdem bekam David Wnendt den Preis fürs beste Drehbuch.
Dagmar Manzel wurde als beste Schauspielerin einer Nebenrolle prämiert. Sie spielt in Christian Schwochows Film "Die Unsichtbare" eine alleinerziehende Mutter. Bester Kinderfilm wurde "Wintertochter", bester Dokumentarfilm "Gerhard Richter - Painting". Dieser Film beobachtet den berühmten deutschen Maler bei der Arbeit. Die beste Filmmusik fanden die Preisrichter in "Hell".
Den Ehrenpreis für "hervorragende Verdienste um den deutschen Film" erhielt Michael Ballhaus, einer der weltweit renommiertesten Kameramänner. Erstmalig wurde im Rahmen der Verleihung des Filmpreises der Bernd Eichinger Preis vergeben. Dieser Preis zu Ehren des im vergangenen Jahr verstorbenen Filmproduzenten und Gründungsvaters der Deutschen Filmakademie ging an Michael "Bully" Herbig.
Die Gala zur 62. Verleihung des Deutschen Filmpreises im Berliner Friedrichstadtpalast moderierten die Schauspieler Jessica Schwarz und Elyas M'Barek vor rund 1800 Gästen. Bei den Lolas handelt es sich um den am höchsten dotierten Kulturpreis hierzulande. Insgesamt werden in den insgesamt 16 Preiskategorien sowie dem Ehrenpreis knapp drei Millionen Euro an Preisgeldern ausgeschüttet. © AFP Hannibal Hanschke






