Verhandlung über Flugrouten für Berliner Großflughafen
Leipzig - Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt von heute an über die umstrittenen Flugrouten des noch nicht vollendeten Berliner Großflughafens BER.
Bürger und die Gemeinde Kleinmachnow haben gegen das brandenburgische Infrastrukturministerium geklagt, das den Planfeststellungsbeschluss zum Airport von 2004 verantwortet. In ihm hätten die Betreiber und Behörden die Flugrouten der beiden Startbahnen entgegen besseren Wissens als gradlinig und nicht abknickend dargestellt, um den Bau durchsetzen zu können, argumentieren die Kläger.
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Die abknickenden Routen führen zu zu zusätzlichem Fluglärm. Sie wurden erst 2010 bekannt. Hätten die Kläger davon gewusst, hätten sie nach ihrer Darstellung damals fristgerecht gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt.
Die Kläger wollen nun anhand unlängst entdeckter Gesprächsprotokolle beweisen, dass die Flughafenplaner bereits 1998 von der Deutschen Flugsicherung (DFS) darüber informiert worden seien, dass der Betrieb der beiden Startbahnen nur mit abknickenden Flugrouten möglich sei. Die Planungsgesellschaft und ein Ministeriumsvertreter hätten dies bereits 1998 erörtert.
Sollte das Leipziger Gericht dieser Darstellung folgen, müsste das Planfeststellungsverfahren für den Lärmschutz der betroffenen Gemeinden zumindest nachbessert werden. Die mündliche Verhandlung ist auf zwei Tage angesetzt. Aus Gerichtskreisen verlautete, dass mit dem Urteil noch im Juli zu rechnen ist.
©AFP 2012
Foto: Patrick Pleul











