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Lippe Blatt / Magazin / Wohnen / Milder Winter lässt Heizkosten für Gaskunden sinken

Ein Haus kann man bauen, ein Heim muss man sich erschaffen. Wichtige Nachrichten zu den Themen Haus und Wohnen finden Sie hier in unserer Online-Zeitung.

Milder Winter lässt Heizkosten für Gaskunden sinken

Heizen mit Gas war diesen Winter nicht so teuer wie sonstBerlin - Der milde Winter lässt vielerorts in Deutschland die Heizkosten fallen. Wer seine Wohnung mit einer Gasheizung wärmt, müsse für 2011 bis zu 15 Prozent weniger Heizkosten zahlen als ein Jahr zuvor, teilte das Vergleichsportal Toptarif in Berlin mit.

Wer eine Ölheizung im Keller hat, spart im milden Winter zwar auch Energie - billiger wurde das Heizen 2011 deshalb aber nicht. Im vergangenen Jahr hätten die Verbraucher aus einem überdurchschnittlich warmen Frühjahr und einem ungewöhnlich milden Dezember Vorteil gezogen - vor allem im Vergleich zum kalten und schneereichen Jahr 2010, erläuterte das Verbraucherportal.

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Das führe dazu, dass die Heizkostenabrechnungen für das abgelaufene Jahr bei den meisten Gaskunden deutlich niedriger ausfielen als 2010, obwohl die Gaspreise an sich um durchschnittlich acht Prozent gestiegen seien.

Insgesamt sei im milden Jahr 2011 der Bedarf an Heizenergie gegenüber 2010 um 18,5 Prozent gesunken. Allein im Dezember sank demnach der errechnete Bedarf an Heizgas um mehr als 30 Prozent. Auch Besitzer einer Ölheizung mussten im warmen Jahr 2011 weniger heizen - wie stark sich das aber auf ihr Budget auswirkt, hängt vor allem davon ab, wann sie ihr Heizöl gekauft haben.

Beim Heizöl profitiere vor allem der, der zu einem günstigen Zeitpunkt eingekauft habe, sagte Rainer Wiek vom Energie Informationsdienst (EID) der Nachrichtenagentur AFP. Im Januar 2011 lag laut EID der Literpreis für Heizöl etwa bei 75 Cent. Aktuell pendele der Preis zwischen 80 und 90 Cent, in der Spitze sogar darüber. Wer also Anfang 2011 oder sogar schon Ende 2010 seine Öltanks auffüllen ließ, hat ein besseres Geschäft gemacht - und weil der Verbrauch im milden Winter niedriger ist, kann er nun noch länger von dem günstigeren Einkaufspreis profitieren.

Alles in allem seien die Ölpreise 2011 aber sehr hoch gewesen: "Ob die Heizkosten niedriger ausfallen als 2010 wage ich zu bezweifeln", sagte Wiek deshalb. Über den gesamten Jahresverlauf habe sich der Rohölpreis verteuert und das habe sich sofort auf den Heizölpreis durchgeschlagen - im Gegensatz zu den Gaspreisen, die bei steigenden Ölpreisen erst mit zeitlicher Verzögerung nachziehen.

Entwarnung kann der Experte auch für dieses Jahr nicht geben. "Momentan ist der Heizölpreis auf einem hohen Preis relativ fest", sagte Wiek. Wie die Preisentwicklung mittelfristig weitergeht, lasse sich kaum vorhersagen. Das hänge auch davon ab, wie sich die angespannte Lage etwa im Erdölstaat Iran entwickele und wie es mit der Euro-Krise weitergehe.

©AFP 2012
Foto: Julian Stratenschulte

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