.SPD: Arbeitslosenzentren dauerhaft sichern
Bad Salzuflen-Schötmar. Die vier Arbeitslosenzentren in Lippe brauchen eine dauerhafte verlässliche Förderung durch den Kreis. Diese Auffassung vertritt die SPD-Kreistagsfraktion nach einem Besuch beim Verein „awb“.
Der awb betreibt eines dieser lippischen Arbeitslosenzentren (ALZ) am Kilianweg in Schötmar und befürchtet, das Beratungsangebot künftig nicht mehr in vollem Umfang vorhalten zu können. awb-Geschäftsführer Uwe Dorn und die Leiterin des ALZ, Susanne Stecker, machten deutlich, dass eine Förderung der öffentlichen Hand auch künftig unverzichtbar sei und die für 2010 gezahlten 5.000 Euro des Kreises gerade einmal die Sachkosten deckten.
Bis 2008 hatte noch das Land NRW die Zentren mit je 15.000 Euro gefördert, dann aber diese Unterstützung ersatzlos gestrichen. 2009 erhielt das ALZ noch 10.000 Euro über die kreiseigene Beschäftigungsgesellschaft „Netzwerk“. Jetzt sind es gerade noch 5.000 Euro aus einem Sondertopf des Kreises.
_____„Um den ALZ in Lippe Planungssicherheit zu bieten, gehört die Förderung in den Haushalt des Kreises. Warum der Landrat diesen Posten nicht schon für 2010 eingestellt hat, sondern die Zentren bis zur Jahresmitte zittern ließ, ob sie überhaupt eine Förderung erhalten, ist mir ein Rätsel“, kritisiert Dr. Axel Lehmann, sozialpolitischer Sprecher der SPD, das zögerliche Vorgehen Heuwinkels. Dabei sei die unverzichtbare Arbeit der ALZ eigentlich unstrittig. Allein der awb habe im vergangenen Jahr 270 Beratungen durchgeführt, erläuterte Susanne Stecker. Viele Arbeitslose benötigten unabhängige Hilfe im Umgang mit den Behörden. Umfassende Beratung jedes Arbeitssuchenden könne die für das Arbeitslosengeld II verantwortliche „Lippe pro Arbeit“ aber gar nicht leisten. Außerdem suchten gerade Langzeitarbeitslose im ALZ auch soziale Kontakte, beispielsweise beim Arbeitslosenfrühstück, das der awb einmal im Monat anbietet.
Erfreut zeigte sich SPD-Fraktionschef Kurt Kalkreuter, dass der awb sein Angebot für Bad Salzuflen ab der zweiten Jahreshälfte deutlich ausdehnen will. So möchte der awb die Bürgerarbeit in der Salzestadt organisieren. Mit diesem neuen Instrument sollen Arbeitslose mit Erwerbshindernissen wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Lippe wird rund 150 Plätze für Bürgerarbeit erhalten. Uwe Dorn geht davon aus, dass etwa ein Achtel nach Bad Salzuflen gehen wird.
Ab Ende August bietet der awb eine berufsbezogene sprachliche Qualifizierung für Migranten neu an. 20 Teilnehmer, die die deutsche Alltagssprache beherrschen, sollen für die Bereiche Hauswirtschaft, Verkauf, Pflege und Technik sprachlich fit gemacht werden. Außerdem übernimmt der awb das „Horizont“-Projekt der Volkshochschule. Mit diesem Projekt sollen bleibeberechtigte Migranten in Arbeit vermittelt werden. Schließlich plant Uwe Dorn, auch die Schuldnerberatung weiter auszubauen, die der awb mit Unterstützung der Schuldnerhilfe Köln betreibt. Eigentlich ist der Paritätische Wohlfahrtsverband für die Schuldnerberatung im lippischen Westen verantwortlich. Doch dessen Beratungsstelle in Lage sei für viele Bad Salzufler nur schwer erreichbar, erläutert Dorn. Außerdem sieht er in einer Bauschuldner-Beratung eine Lücke, die noch unbedingt geschlossen werden müsse.
Menschen in Arbeit zu bringen, das ist ein Ziel des awb. Die SPD-Kreistagsfraktion informierte sich jetzt vor Ort über die Tätigkeiten des Vereins.











