Lemgoer Ortsgruppe im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland richtet Obstlehrpfad in Lemgo ein
Lemgo (Kreis Lippe) Die Lemgoer Ortsgruppe im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – BUND – hat damit begonnen, an der Streuobstwiese Lindenhaus in Lemgo einen Lehrpfad zu den alten dort vorhandenen Obstsorten einzurichten. Ziel ist, interessierte Bürger über die Vielfalt der Obstsorten und ihre besonderen Eigenschaften zu informieren.
„Wir wollen klar machen, dass es jenseits von Braeburn, Elstar, Gala und Gloster noch Sorten gibt, die ihren besonderen Reiz haben und z.B. wie der Schöne aus Boskoop, Jakob Lebel und der Dülmener Rosenapfel hervorragend für Apfelkuchen geeignet sind“, erläutert Vorsitzender Eckhard Buschmeier. Der BUND Lemgo plant, den Lehrpfad noch in diesem Jahr fertig zu stellen und offiziell zu eröffnen.
Jahrelange Vorbereitungen liegen hinter der Lemgoer BUND-Gruppe. Auf der Streuobstwiese fanden sich zum Teil unbekannte Obstsorten, die erst von Experten des Pomologen-Vereins zur Lehre, Bestimmung und Erhaltung von Obstarten und –sorten bestimmt werden mussten. Auch eine umfangreiche Literaturrecherche war notwendig, in deren Verlauf die Lemgoer Ortsgruppe Sortenfarbtafeln, Informationen über die Entstehungsgeschichte und den wesentlichen Daten zur Nutzung, Pflückreife, Genussreife und Lagerfähigkeit zusammengetragen hat.
„Das war nicht immer einfach, weil die alten Sortenwerke nicht eben einmal im Antiquariat zu kaufen sind und wegen der wertvollen Farbtafeln zum Teil von den Bibliotheken auch nicht ausgeliehen werden“, gibt Willi Hennebrüder vom BUND Lemgo Auskunft. Da nicht zu allen Obstsorten Farbtafeln in der Literatur vorhanden waren, hat die Lemgoer Ortsgruppe eigene Tafeln erstellt. Die Gestaltung der Tafeln übernahm Bruno Bolli. Der BUND Lemgo spricht insbesondere der Umweltstiftung Lippe seinen Dank aus, die das Projekt „Lehrpfad Streuobstwiese“ fördert.
Ein Beispiel für die aufwändige und nicht immer einfache Recherche ist der Eifeler Rambur. Seine Herkunftsgeschichte verlief zunächst um das Jahr 1940. Es ließ sich jedoch leicht feststellen, dass dieses Datum nicht stimmen konnte, denn die Bäume in Lemgo hatten bereits ein Alter von mehr als 60 Jahren und tauchten zu diesem Zeitpunkt schon flächendeckend in Deutschland in den Bestandslisten auf. Durch Zufall entdeckte Hennebrüder dann einen Bericht in den Pomologischen Monatsheften aus dem Jahr 1904 über eine Namensumtaufe. Weil es mehrere Winterrambure gegeben hatte und die Sorte in der Eifel weit verbreitet war, erhielt der einfache Winterrambur den Zusatz Eifeler. Diese Sorte wurde bereits 1768 von Henri Louis Duhamel du Monceau im Sortenwerk „Traité des arbres fruitiers“ beschrieben. Somit ist der Eifeler Rambur zu den ältesten Apfelsorten in der Streuobstwiese zu zählen.











