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Lippe Blatt / Regionales / 10 Jahre Zukunft stiften

10 Jahre Zukunft stiften

10 Jahre Zukunft stiften Kreis Lippe - Über 6 Mio. Euro zugesagte Fördergelder, 110 genehmigte Anträge, ein Stiftungsvermögen von 4,7 Mio. Euro, rund 400 Tausend Spenden und über 2 Mio. Euro Zustiftungen. Das ist die Bilanz aus zehn Jahren Stiftungsarbeit der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe.  Die Stiftung feierte jetzt gemeinsam mit Förderern und Unterstützern ihr Jubiläum im Rahmen eines kleinen Empfangs im Detmolder Kreishaus.

Alles begann 1999 mit dem Verkauf der Gesellschafteranteile an der Wesertal GmbH und der Idee, einen Teil des freigewordenen Geldbetrags für die Region nachhaltig wirksam einzusetzen. Auf Initiative des lippischen Landrats Friedel Heuwinkel sollte der Verkaufserlös nicht zur Entschuldung des Kreishaushaltes oder zur Übernahme laufender Verwaltungskosten genutzt werden, sondern langfristig den Kreis Lippe im Rahmen einer Strukturförderung stärken. Unter dem Namen Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, der das Leitziel in Buchstaben fasste, wurde die Stiftung am 19. Juli 2001 unter breitem politischen Konsens genehmigt.

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10 Jahre Zukunft stiften Als Gremienmitglieder wurden für den Stiftungsrat, der über die Fördergelder und Ausrichtung der Stiftungsarbeit beschließt, Vertreter der politischen Fraktionen aus dem Kreistag bestimmt. Stiftungsratsvorsitzender wurde Landrat Friedel Heuwinkel. Am 31. Oktober 2001 fand die konstituierende Sitzung des Stiftungsrates statt. „Ich kann mich noch gut an die erste Sitzung erinnern. Damals galt es, die Weichen für die zukünftige Arbeit der Stiftung zu stellen. Es gab keine beispielhaften Vorbilder, an denen wir uns orientieren konnten, und so haben wir ganz an der Basis angefangen“, so Heuwinkel in Erinnerung.

Für das Kuratorium als beratendes Gremium wurden wichtige Akteure aus den drei Förderbereichen der Stiftung – Bildung, Wissenschaft, Kultur – gewonnen. Auf diese Weise konnte frühzeitig der Netzwerkgedanke verwirklicht werden. Kuratoriumsvorsitzender seit Berufung des Gremiums ist Dr. Albert Hüser, Vorstandsvorsitzender der Lippischen Landes-Brand­versicherung. Auch er zieht eine positive Bilanz: „So konnte ich in all den Jahren auch persönlich einen kleinen Beitrag zur Entwicklung der Region Lippe leisten.“ Und weiter: „Der Stiftungsrat hat die Empfehlungen des Kuratoriums stets mitberücksichtigt. Auf diese Weise sind die Vorstellungen des Kuratoriums in die Entscheidungen zu den Projektanträgen eingeflossen. Ein gutes System, um nachhaltige und sinnvolle Projektförderung zu gewährleisten“, stellt Dr. Hüser nach zehn Jahren Kuratoriumsarbeit fest.

Mit Dr. A. Heinrike Heil kam im Januar 2002 eine promovierte Betriebswirtschaftlerin nach Lippe und übernahm die Geschäftsführung der Stiftung. „Heil baute die Infrastruktur der Stiftung auf, knüpfte Kontakte in die Region, nahm die Förderbedarfe in den drei Förderbereichen der Stiftung auf und entwickelte in Abstimmung mit den Stiftungsgremien zahlreiche Ideen zur gezielten und nachhaltigen Unterstützung und Stärkung der Region“, weiß Heuwinkel. Durch das über die Jahre stetig wachsende Netzwerk und die darüber entstandenen Kontakte zu kommunalen Stellen, Wissenschaft und Wirtschaft, hat die Stiftung in ihren zehn Jahren Arbeit insgesamt 110 grundlegende, innovative, besondere und nachhaltige Projekte in der Region gefördert. „Die Stiftung Standortsicherung hat sich seit ihrer Gründung in viele Projekte, Konzepte, Gruppierungen und Institutionen der Region eingebracht, diese sogar mit gegründet oder initiiert“, bestätigt Dr. Hüser. So ist sie seit einigen Jahren gemeinsam mit der IHK und der Hochschule OWL Veranstalterin der jährlichen Museumsrunde zum Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, hat den Kompetenzkreis Stiftungen OWL mitbegründet und veranstaltet in diesem Rahmen wegweisende Stiftungstage. Außerdem hat sie das zdi-Zentrum Lippe.MINT mitbegründet, das den naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs in der Region fördert.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit der Geschäftsführung ist die Generierung von Zustiftungen in Form von Treuhandstiftungen. „2003 wurde die erste treuhänderisch von der Stiftung Standortsicherung verwaltete Stiftung gegründet: Die Dr. Karl Fischer-Stiftung“, informiert Heuwinkel. Im Jahr 2005 übernahm die Stiftung Standortsicherung die Verwaltung der Stiftung „Für Lippe“ und der Meyer-Sickendiek-Stiftung. 2006 folgte die Gründung der Stiftung der Hochschule für Musik Detmold. 2008 nahmen der Stiftungsfonds „Umweltstiftung Lippe“ und die Finke-Stiftung unter der Verwaltung der Stiftung Standortsicherung die Arbeit auf.

In 2011 ging die Treuhandstiftung Ohne Fleiß kein Preis an den Start. „Insgesamt verwalten wir ein Treuhandvermögen von rund 3,3 Mio. Euro“, weiß Dr. Heil. Spenden für die Treuhandstiftungen sind in den Jahren seit jeweiliger Gründung in Höhe von insgesamt rund 237 Tausend Euro eingegangen. Zustiftungen sind in Höhe von 1,7 Mio. Euro erfolgt. „Über die sechs Treuhandstiftungen und den Stiftungsfonds sind 146 Projekte mit rund 691 Tausend Euro gefördert worden“, fasst Dr. Heil zusammen.

Anlässlich des Jubiläums der Stiftungsarbeit und nach zehn Jahren Einblick in die Förderbedarfe, wird die Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe ihre Förderschwerpunkte neu setzen. Geplant sind verstärkte Investitionen in den Bereich Bildung, der aktuell mit einem Fördervolumen von 1,4 Mio. Euro noch deutlich hinter dem Bereich Wissenschaft (4,2 Mio. Euro) liegt. Kultur ist nach den zehn Jahren der kleinste Förderbereich mit einer Summe von rund 540 Tausend Euro. Die Stiftungsgremien werden sich noch in diesem Jahr mit der Geschäftsführung darüber beraten.

„Wir werden auch in Zukunft innovative und beispiellose Projekte fördern, die eine nachhaltig positive Wirkung auf die Entwicklung der Region Lippe haben“, bestätigt Heuwinkel. „Wir haben in Lippe in den vergangenen zehn Jahren unsere Spuren hinterlassen. Unseren eingeschlagenen Weg werden wir weitergehen. Wir freuen uns bereits auf die nächsten zehn Jahre Zukunft stiften“, schließt Dr. Heil.

Bild:
Ariane Wehmeier:
Weckt auch bei Erwachsenen Faszination. Ariane Wehmeier von der Lippe Bildung eG führte kleine Experimente vor, die bereits in den lippischen KiTas den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern.

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Talkrunde:
Einblicke in zehn Jahre Stiftungsarbeit. Julia Stute vom Kreis Lippe (2.v.r.) im Gespräch mit Stiftungsratsvorsitzender Friedel Heuwinkel (rechts), Geschäftsführerin Dr. A. Heinrike Heil (2.v.l.) und Kuratoriumsvorsitzenden Dr. Albert Hüser.

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