Yeziden in Deutschland
Detmold (Kreis Lippe) - „Yeziden in Deutschland: zwischen Assimilation und Integration“ war das Thema eines Fachvortrages von Dipl.-Psych. Sefik Tagay, Therapeut und Wissenschaftler der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Duisburg-Essen und selbst yezidischen Glaubens.
Eingeladen zu der Veranstaltung hatten die Veranstalter des Hauses der Kirche Herberhausen Lioba Schulte und Hannah Yüsün und der städtische Koordinator für Integration Stefan Fenneker Fachleute und Multiplikatoren, Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenorganisationen und die Mitglieder des Steuerungskreises Integration.
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Bürgermeister Rainer Heller begrüßte die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und verwies auf die traurige Aktualität durch den Tod von Arzu Özmen und den hohen Informationsbedarf zur Religion und Kultur der Yesiden. Dr. Sefik Tagay griff den Faden auf und stellte am Anfang seines fachlich fundierten Vortrages fest, dass das Yezidentum eine friedliche Religion sei, die Gewalt verurteilt.
Er selbst habe sich zum Ziel gesetzt, mit seinen Vorträgen zur Aufklärung beizutragen. Im Mittelpunkt des Abends standen die Themen Religion, Philosophie und Gesellschaft, Bevölkerung und Geographie, Kultur, Symbole und Heiligtümer. Während der anschließenden sachlichen und intensiven Diskussion kreisten die Fragen immer wieder um die strenge Heiratsregel, die nur eine Partnerwahl innerhalb der yezidischen Glaubensgemeinschaft erlaubt, und die damit verbundenen Herausforderungen an die in Deutschland lebenden Yeziden.
Tagay zeigte an vielen Beispielen, wie viele Yeziden eine große Zerissenheit zwischen der Gesellschaftsstruktur ihrer Herkunftsländer und der Gesellschaftsstruktur in Deutschland durchleben. Auf der einen Seite gibt es die Familie und die yezidische Gesellschaft, die auf die Einhaltung der Regeln und Bräuche besteht. Auf der anderen Seite besteht die Lebenssituation in Deutschland aus völlig neuen Bedingungen, die eine Integration und eine gewisse Assimilation fordert.
Sein persönliches Fazit war klar und eindeutig am Ende einer zweieinhalbstündigen informativen Veranstaltung: „ Das Yezidentum muss sich öffnen und weiterentwickeln, Reformen sind dringend erforderlich!“
Mehr Informationen zur Integrationsarbeit in Detmold findet man unter www.integration-detmold.de. Ansprechpartner ist Stefan Fenneker, Koordinator für Integration, unter der Telefonnummer 0 52 31 / 977-340
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