Die Deutschen sind optimistischer – und ein bisschen weniger besorgt um Trump

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Das geht aus der Umfrage “Ängste der Deutschen” hervor , die das InfoCenter der R + V-Versicherung seit über einem Vierteljahrhundert durchführt.

Die Umfrage, bei der die Befragten gefragt wurden, welche politischen, wirtschaftlichen, persönlichen und ökologischen Probleme sie am meisten erschrecken, ergab, dass die Angst auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gesunken ist. 

Die größte Quelle deutscher Angst war im vergangenen Jahr die Politik von US-Präsident Donald Trump.

Trump sorgte zwar immer noch für Besorgnis bei den Deutschen, doch der Zustrom von Flüchtlingen war laut Umfrage das Thema mit der größten Sorge.  

Aber insgesamt hat sich die Stimmung im Land stark verändert. 

“Die Stimmung in Deutschland hat sich verbessert”, sagte Brigitte Römstedt bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin. 

„Infolge eines Rückgangs fast aller Bedenken ist der Angstindex – der Durchschnitt aller Befürchtungen – von 47 auf 39 Prozent gesunken, den niedrigsten Stand seit 1994.

Die repräsentative Umfrage umfasste mehr als 2.000 Fragen von Mai bis Juli dieses Jahres.

Die Deutschen sollen dieses Jahr weniger besorgt sein. Foto: Depositphotos / Natasha Fedorova

Worüber machen sich die Deutschen Sorgen?

56 Prozent (Vorjahr: 63 Prozent) der Deutschen befürchten den Zustrom einer großen Zahl von Flüchtlingen und sind damit die größte Angstquelle.

Fast ebenso viele Menschen (55 Prozent, Vorjahr: 63 Prozent) befürchten, dass der weitere Zustrom von Ausländern zu Spannungen zwischen Deutschen und Zuwanderern führen wird.

Unterdessen befürchtet die Mehrheit der Deutschen (55 Prozent), dass Trumps Politik die Welt gefährlicher machen wird. Letztes Jahr wurde Trumps Politik von 69 Prozent der Befragten als die häufigste Quelle von Angst genannt.

Weitere Themen, die die Deutschen betreffen, sind überhöhte Forderungen an die Politik (47 Prozent), Extremismus (47 Prozent), unerschwingliche Mieten (45 Prozent) und Gesundheitsprobleme im Alter (45 Prozent). Höhere Steuern aufgrund der EU und steigende Preise sind auch für etwas mehr als 40 Prozent der Befragten ein Problem.

Die Angst vor Terroranschlägen nimmt weiter ab

Die größte Angst der letzten Jahre ist weiter gesunken: Nur 44 Prozent der Befragten in diesem Jahr sind besorgt über Terroranschläge. Vor zwei Jahren lag diese Zahl bei 71 Prozent, inmitten einer Reihe tödlicher Dschihad-Angriffe in ganz Europa im Jahr 2016. 

Angst vor Klimawandel und extremem Wetter spielte nur für 41 Prozent der Befragten eine Rolle.

Mittlerweile hat fast jeder vierte Deutsche (24 Prozent) Angst, seinen Job zu verlieren. Diese Zahl ist die niedrigste seit Beginn der Umfrage vor etwa 25 Jahren.

23 Prozent der Menschen in Deutschland haben Angst vor Kriminalität, fünf Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

Die Kluft zwischen Ost und West vergrößert sich

Die gute Nachricht ist, dass die Befürchtungen sowohl im Osten als auch im Westen nachlassen. Da sie jedoch im Westen viel stärker gefallen sind, gibt es auch in diesem Jahr, 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Regionen.

Im Osten sind alle Ängste größer – auch bei den Top-Themen. Zum Beispiel fürchten 64 Prozent der Bürger im Osten den Zustrom von Flüchtlingen. Im Westen sind es 10 Prozentpunkte weniger.

Inzwischen sind Frauen in ganz Deutschland traditionell ängstlicher als Männer. Frauen sind viel mehr besorgt über Krankheit (Frauen: 41 Prozent, Männer: 30 Prozent) und Pflege (Frauen: 49 Prozent, Männer: 40 Prozent), aber auch über Schadstoffe in Lebensmitteln (Frauen: 47 Prozent, Männer: 37 Prozent) .

Interessanterweise sind Frauen entspannter als Männer, wenn es um den Zustrom von Flüchtlingen geht (Frauen: 54 Prozent, Männer: 58 Prozent). Während diese Angst die Angst Nummer eins unter Männern ist, ist die größte Angst für Frauen die Konsequenz von Trumps Politik.